Der Verein Städtepartnerschaft Oldenburg-Raqqa e. V. und die Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen laden ein zu einer
Lesung und Diskussion mit Christopher Wimmer
am Freitag, 10. April 2026, um 18:30 Uhr
im Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3 (räumlich barrierefrei)
“Alles muss man selber machen” ist ein Buch über Menschen, die sagen: So kann es nicht weitergehen – wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand.
Ob in den Straßen von Paris 1871, den Fabriken Petrograds 1917, den Städten und Dörfern Nordsyriens oder im Urwald von Chiapas – überall entstanden im Zuge von sozialen Konflikten und Aufständen Räte: Selbstorganisierte Zusammenschlüsse in allen gesellschaftlichen Bereichen, die nicht nur protestieren, sondern beginnen, das gesamte Leben neu zu gestalten.

Christopher Wimmer erzählt in lebendigen Szenen, wie solche Bewegungen entstehen, wie sie funktionieren – und woran sie oft auch scheitern. Er zeigt an unterschiedlichen historischen Beispielen, wie Menschen Schulen und Krankenhäuser selbst verwalten, wie sie Entscheidungen im Kollektiv treffen, Güter verteilen, Streit schlichten, sich verteidigen – ohne zentrale Regierung oder Staat.

Dieses Buch bringt Geschichte zum Sprechen: mit Geschichten von Mut, Hoffnung, aber auch Niederlagen. Es fragt, was wir von den Rätebewegungen vergangener und heutiger Tage lernen können – für eine selbstverwaltete und demokratische Gesellschaft, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag gelebt wird.
Da Christopher Wimmer auch ein Buch über Rojava geschrieben hat („Land der Utopie? Alltag in Rojava“, Edition Nautilus) können wir den Abend auch nutzen, um über die aktuelle Entwicklung in Syrien und die Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltung zu sprechen.
Der Autor
Christopher Wimmer promovierte an der Humboldt-Universität bis 2023 in der Soziologie zum Thema „Mangel und Notwendigkeit. Theorie, Alltagsleben und Bewusstsein der marginalisierten Klasse in der Bundesrepublik“. In den Jahren 2022 und 2023 hat er mehrere Monate in Rojava gelebt.
Die Veranstalter*innen

Der Verein Städtepartnerschaft Oldenburg-Raqqa e.V. setzt sich für die Völkerverständigung zwischen den Menschen in Deutschland und den Menschen in Nord- und Ostsyrien ein. Aufgrund der aktuellen Entwicklung in Syrien kann der ursprüngliche Vereinszweck einer Städtepartnerschaft mit Raqqa leider nicht weiterverfolgt werden. Daher wird der Verein sich neu orientieren und umbenennen. Weitere Informationen: https://ol-raqqa.de.

Die Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen fördert die Diskussion einer Gesellschaftspolitik nach ökologischen, basisdemokratischen und gewaltfreien Grundsätzen. Weitere Informationen: https://www.slu-boell.de
